Archiv für 12. Juni 2009

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Olio d’oliva „Campo Grande“

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Dem ein oder anderen mag es aufgefallen sein: ich verwende in meinen Rezepten häufig „bestes Campo-Olivenöl“.

Campo-Olivenöl ist ein ganz besonderes Olivenöl, nicht nur, weil es besonders gut schmeckt, besonders gut aussieht, sortenrein und schadstofffrei angebaut ist, auch nicht weil es handgepflückt und kaltgepresst ist – nein, Campo-Olivenöl ist für mich auch ein ganz besonderes Öl, weil ich selbst daran beteiligt war – an der Baumhege, beim Pflücken, in der Mühle und auch daran, dass es Freunde und begeisterte Anhänger hier in Deutschland gefunden hat.

Wie entsteht nun solch ein tolles Öl? Hier ein kleiner Bericht von der Ernte im November letzten Jahres, also von dem Öl, das ich aktuell verwende.

Das schwarze Gold:
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Zuerst werden um jeden einzelnen Baum große Netze ausgelegt, damit die Oliven im Netz und nicht auf dem Boden liegen. Man pflückt vorwiegend so, dass man die Oliven mit den Händen abstreift, sie also zu Boden fallen.
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Das Auslegen der Netze muss recht sorgfältig gemacht werden, damit hinterher keine Lücken in den Netzen sind. Hier war der Schwierigkeitsgrad noch erhöht, da zwischen den Oliven der Wein wächst und die Rankhilfen im Weg waren.

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Im ersten Durchgang geht der Bauer mit einer Pflückmaschine, die langsam rotierende Metallstäbe oben hat um den Baum herum, an die Stellen, die man weder mit Klettern noch mit Leitern erreichen kann. Der Baum oder die Oliven werden dadurch nicht beschädigt, da es sehr langsam läuft. Dadurch ist die Ausbeute aber auch nicht so groß und alles was dran bleibt, ist dann mit der Hand zu pflücken, also der weitaus größere Teil.

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Währenddessen ging ich unten am Baum einmal herum und pflückte alles, was dort geht in Greifhöhe, in meinem Fall also alles von 10cm über’m Boden bis 1,80m Höhe. Da weiß man abends, wovon einem alles wehtut.

Wenn also ganz oben und unten alles gepflückt ist, kommen die Leitern zum Einsatz. Der Bauer von außen mit der Leiter:

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Und ich von innen, ohne Hilfsmittel bis in die Wipfel klettern.
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Da konnte es schon mal wackelig werden.

Nach ca. 5 Stunden ist es geschafft (bei den großen Bäumen manchmal auch länger) die Netze werden zusammengelegt, die Oliven dann an einer Stelle im Netz gesammelt. Dann sieht das so aus:
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Zweige, Äste, Blätter und sonstiges werden aussortiert, bis es so aussieht. Die restlichen Blätter werden in der Mühle abgesaugt.
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Die Oliven werden zum Transport in Kisten geschüttet.
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Gelagert werden die Oliven bis zum Mühlentermin außerhalb der Kiste, weit ausgebreitet. Für einen Mühlentermin benötigt man mindestens 500 Kilo Oliven.

Die Ausbeute eines Tages für uns beide waren im Schnitt 90 -110 Kilo. Daraus bekommt man 12 – 16 Kilo Olivenöl… Und wir waren (oft nur) zu zweit von ca. 8:30 – 17:00 dafür beschäftigt, mit allen Vor- und Nacharbeiten und mit Mittagspause.

An dem Tag, für den man einen Mühlentermin bekommenhat (das kann auch mitten in der Nacht sein, Termine sind rar, weil wirklich JEDER Oliven hat) werden die Oliven wieder in die Kisten gefüllt und ins Auto gestellt. Ins Auto passten rund 600 Kilo Oliven in Kisten. Das war dann schon etwas in die Knie gegangen.
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In der Mühle werden die Oliven gewogen, um den Preis für die Pressung zu errechnen und anschließend den Ertrag zu ermitteln:
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In der Regel bleibt man den gesamten Mühlvorgang dabei, es werden immer nur die Oliven einer Lieferung gepresst, da vermischt sich nichts mit den Oliven anderer Bauern. Überall sitzen Bauern und warten auf ihr Öl, oft stundenlang.


Der Blattstaubsauger

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Die Mühlsteine, aus einem Steinbruch in Österreich. Es wird natürlich kaltgepresst.
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Die Gesamtanlage:
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Die Mühle arbeitet trotz der modernen Gerätschaften sehr tradionell, eben mit Steinen und auch ganz langsam. Dadurch ist das Öl aber auch qualitativ sehr hochwertig, da man mit der falschen Mühle schon viel ruinieren kann. Vor allem wenn sie zu schnell, und damit zu heiß, presst.

Am Schluss die Zentrifuge
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Olivenöl

Kanister, Ernte 2008

Der Campo, ein Selbstversorger-Bauernhof in Umbrien, mit Olivenbäumen, Weinberg, Esel- und Ziegenhaltung, Hunden und Katzen und Hühnern. Ein wundervoller Ort in einem wunderbaren Land, ein Ort der Inspiration.

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Esel

Weinberg im Frühjahr

Campo Grande

Caprette

Feigenbaum im April

Ich freue mich auf die drei Monate, mal was anderes tun, abschalten, eine Auszeit nehmen. Ich werde in den drei Monaten meinen kleinen Beitrag für eine gute Ernte 2009 dazu geben können, für ein wieder so hervorragendes Öl, wie es letztes Jahr eins gab.




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