04
Jan
10

„Allein unter Gurken“

Der Weihnachtsmann hat mir ein Buch gebracht, welches ich Euch gerne vorstellen möchte.

„Allein unter Gurken“ heißt das Buch vom Tatort-Schauspieler Andreas Hoppe und darin beschreibt er seinen Selbstversuch, sich ein Jahr lang überwiegend regional zu ernähren. Mit regional ist gemeint, Nahrungsmittel nur aus begrenzter Entfernung (im Radius von 100km) zu kaufen und die heute leider gewohnten extrem langen Transportwege unbedingt zu vermeiden.

Insgesamt kann man beides als gelungen bezeichnen: das Buch und den Selbstversuch.

Es ist ja hinlänglich bekannt, zu jeder Jahreszeit können wir alles immer kaufen: Erdbeeren im Winter, Weintrauben aus Chile, Äpfel aus Südafrika, Tomaten aus Spanien, Lamm aus Neuseeland, Rindfleisch aus Argentinien, selbst der Knoblauch kommt aus China. Und sogar wenn bei uns Steinpilz-Saison ist, liegen in den Regalen Steinpilze aus Thailand. Und diese Aufzählung ist beliebig erweiterbar.

Auf der anderen Seite können viele Menschen mit dem wirklichen regionalen und saisonalen Angebot, gerade in der kalten Jahreszeit, nicht mehr viel anfangen. Wer weiß schon noch, wie man abwechslungsreich Rotkohl, Wirsing oder Grünkohl zubereitet, außer ein Glas zu öffnen?

Ohne erhobenen Zeigefinger beschreibt Andreas Hoppe seinen Weg zu regionaler Ernährung, erzählt vom partiellen Scheitern und Ausnahmen, weil er doch gewissen Versuchungen nicht immer widerstehen kann oder weil er zum vierten Mal dann eben diesen regionalen Grünkohl in der Woche auch nicht mehr mag. Und was ist mit Kaffee, Gewürzen oder Kräuter und und und? Ich wollte nicht auf „mein“ Olivenöl (aus Italien) verzichten und auch schwerlich nur auf meinen Schwarztee (aus Indien) am Morgen.

Meines Erachtens geht es Andreas Hoppe auch nicht darum, völlig auf Importwaren zu verzichten, sondern eher darum, mehr Bewusstsein zu schaffen für regionale und saisonale Angebote aus heimischer Produktion.

Meist amüsant, selten etwas langatmig geschrieben, kann ich das Buch empfehlen.

Und wie handhabt ihr das in Eurer Küche? Regional oder Bio oder beides? Oder ist es Euch völlig egal?

Letztendlich ist es häufig ein Dilemma und während ich mir nun eine Banane aus der Küche hole (immerhin eine Fairtrade Bio-Banane…) werde ich weiterhin meiner Blogbeschreibung treu bleiben: möglichst biologisch, regional und saisonal – mit Ausnahmen.

Und ab morgen wird hier wieder gekocht und nicht mehr gelesen oder Fotos gezeigt. Ist ja schließlich’n Kochblog hier…



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11 Responses to “„Allein unter Gurken“”


  1. 4. Januar 2010 um 07:10

    ich versuche, nur regionale Produkte zu kaufen, mein Biohändler arbeitet mit regionalen Produzenten zusammen. Erdbeeren im Winter gibt’s bei mir nicht und auch keine Bohnen aus Kenya.
    Ich finde, es ist ein bescheidener Beitrag, aber wenn’s jeder macht!

  2. 4. Januar 2010 um 07:42

    Regional ziehe ich auch vor, noch lieber, wenn es sich um Bioware handelt. Letztlich entscheidet aber nur der Frischezustand, was ich einkaufe. Verschrumpeltes Biogemüse mag ich nicht (mehr).

  3. 3 Evi
    4. Januar 2010 um 08:44

    Ich bin mit vorwiegend selbstgezogenem Gemüse und Geflügel aufgewachsen (mit „Exoten“ wie Auberginen bin ich dadurch erst relativ spät in Berührung gekommen), als ich unter 15 war, gab es bei uns im Dorf bei Verwandten noch regelmäßige Hausschlachtungen, doch die Zeit ist leider um. Die Großmutter ist zu alt um sich um Geflügel und Garten inklusive Kartoffelvorat für die nächste Generation Enten zu kümmern, der Garten wird immer „grasiger“ und ist in der heutigen Zeit so einfach nicht mehr für 5+ Mann zu bewirtschaften.

    Seit ich zum Studieren ausgezogen bin, bin ich gezwungen mir von den meisten Dingen das Billigste zu kaufen, anders ist gar nicht zu haushalten. Die einzigen Ausnahmen bilden dabei gelegentlich ein schönes Stück Käse, ein Rindersteak oder Seefisch / Meeresfrüchte.

    Die Landwirtschaft bei uns in der Gegend bietet leider fast keine Möglichkeiten sich mit akzeptablem (Geld-)Aufwand regional zu ernähren. (Die Region hier lebt landwirtschaftlich gesehen primär von Wein, Zuckerrüben, Getreide, Spargel und Raps.) Sicherlich gibt es (von dem großen Sektenbetrieb mal abgesehen) einige kleine Gemüsebauern, nach dem wöchentlichen Einkauf ist jedoch meist kein Nerv mehr für den grünen Markt übrig.

    Wenigstens kann ich sagen, dass das Wild, das ich gelegentlichst esse, aus der Region kommt und von der Verwandtschaft geschossen wurde. 😉

  4. 4 kochundbackoase
    4. Januar 2010 um 09:33

    Ich schließe mich Robert an! Regional ja, bio muß nicht unbedingt.

  5. 4. Januar 2010 um 12:22

    Toller Tip – kenne das Buch noch nicht….
    Ich versuche vorwiegend regionale saisonale Erzeugnisse zu kaufen und habe hier auch viele wertvolle Quellen allerdings kann ich mir Bio leider nicht immer leisten so gerne ich das würde…

  6. 4. Januar 2010 um 13:01

    Das ist ein guter Tipp, danke dafür. Ich glaube es ist je nach gegebenen Situationen wirklich nicht so einfach sich ausschließlich regional zu ernähren. Aber, da halte ich es mit Bolli, wenn jeder sein Möglichstes versucht was saisonale, regionale und Bio-Produkte betrifft, ist schon viel geholfen. LG

  7. 4. Januar 2010 um 13:41

    Regional – unbedingt, Bio – gerne, muß aber nicht. Die Gutezeugsbeschaffung ist manchmal ziemlich aufwändig und erfordert doch einige Planung und da scheiterts bei mir ab und zu…

  8. 4. Januar 2010 um 14:49

    Das klint ja sehr interessant. Das sollte man fast selber mal probieren. Das Buch muss ich mir besorgen. Ich kaufe auch fast nur griechische Produkte, das ist allerdings hier auch leichter als im verschneiten Norden.

  9. 4. Januar 2010 um 16:50

    Das Buch, sicher interessant, Lebensmittel aus der Region sowieso!

  10. 5. Januar 2010 um 03:00

    Interessantes Thema. Es wird immer wichtiger werden, denke ich. Regional ist nur mit Fisch/Wild moeglich und im Sommer aus dem Garten. Ich versuche nur Gemuese und Obst aus den Staaten zu kaufen und das ist gar nicht so einfach, Lamm aus Australien, Weintrauben aus Suedamerika, etc. Unverstaendlich fuer uns, ist vorallem, dass das Obst nicht oft aus Kalifornien kommt, sondern aus Florida, vom anderen Ende des Kontinents nach Alaska geschifft.

  11. 14. Januar 2010 um 13:43

    Habe das Buch auch gelesen und ebenso wie Du darüber berichtet.
    Bin ganz Deiner Meinung : möglichst biologisch, regional und saisonal – mit Ausnahmen.
    Wenn alle so denken würden, wäre unserer Erde sicher sehr geholfen.


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