Archiv für April 2010

30
Apr
10

Löwenzahn-Ziegenkäse-Pizzateig-Chutney-Tofu-Burger mit Spiegelei und Mini-Aubergine

Ein zweites Tofu-Rezept hatte ich hier ja noch angedroht, dann sollte erst mal wieder für ein Jahr, ein Monat und einen Tag auch gut damit sein.

Von diesem Essen war also noch Tofu da und der bot sich an für ein schnelles Essen. Was im vegetarischen Bereich, neben der Tofu-Bratwurst, ist klassischer als ein Tofu-Burger? 😉

Aus Hartweizengrieß, Wasser und etwas Salz haben wir einen Pastateig gemacht und diesen als kleine Fladen in der Pfanne gebraten. Der Teig geht natürlich nicht auf und bleibt relativ fest, schmeckt aber als Brot durchaus gut.

Das Tofu haben wir auch gebraten.

Dann auf eines der Brote etwas Feigenchutney, das gebratene Tofu, Ziegencamenbert und Löwenzahn, Brotdeckel obendrauf und fertig.

Dazu ein Spiegelei und eine übriggebliebene Mini-Aubergine für jeden.

Ging schnell und gut geschmeckt hat’s auch.

Wir wünschen Euch ein schönes Wochenende! Und morgen ist Mai 🙂


29
Apr
10

Spargel mit Waldmeister-Sahne

Endlich ist Spargelzeit. Eigentlich ist die Saison ja schon seit Anfang April, aber da waren wir ja noch in Umbrien und so hat’s bei uns ein bisschen länger gedauert. In die Saison gestartet sind wir mit einem ganz neuem Rezept, nämlich statt der üblichen Hollandaise zum Spargel eine Waldmeister-Sahne-Reduktion. Letztes Jahr hatten wir schon ein sehr schönes Rezept mit Erdbeeren zum Spargel, welches wir auch sicher dieses Jahr nochmals auflegen werden.

Auf unserer Fensterbank haben nun auch die ersten Kräuter Einzug gehalten, der Waldmeister ist auf diesem Foto aber schon nicht mehr zu sehen.

Waldmeister kennen viele nur von der Bowle oder aus diversen anderen Süßspeisen. Wichtig sind bei der Verarbeitung, egal ob süß oder herzhaft, wohl zwei Dinge:

  • der Waldmeister darf noch nicht blühen, sonst wird er geschmacklos
  • man sollte den Waldmeister etwas welken lassen, das intensiviert den Geschmack.

Ich hatte also am Morgen den Waldmeister abgeschnitten und in der Küche liegen lassen.

1 Bund Waldmeister
200 ml Weißwein
1 Becher Sahne
200 ml Gemüsebouillon
1/2 rote Zwiebel
Salz

Am Abend dann wird der angewelkte  Bund Waldmeister in der Sahne versenkt und darf dort ein halbes Stündchen ruhen.

Die Zwiebel haben wir klein gewürfelt und in etwas in Butter angeschwitzt. Leider hatten wir nur noch eine rote Zwiebel, was sich farblich etwas dunkel auf die Sahne auswirkt.

Dazu kamen die 200ml Gemüsebouillon , zusammen ein paar Minuten offen köcheln lassen.

Den Waldmeister mit der Sahne vorsichtig aufkochen und ca. 3 – 4 min köcheln lassen.

In einem anderem Topf den Wein zur Bouillon gießen, alles um ein Drittel ca. reduzieren lassen.

Danach die Sahne (ohne den Waldmeister) dazugießen und alles nochmals um ein weiteres Drittel einkochen lassen.

Durch ein Sieb streichen und mit Salz abschmecken.

Die überbleibenden Zwiebeln im Sieb haben wir mit fein gewürfelten Kartoffeln gebraten und diese später mit etwas Creme fraiche und Petersilie verrührt. Auf heftige Geschmacksträger wie Rosmarin oder andere Kräuter haben wir zugunsten der feinen Waldmeister-Sahne verzichtet. Und das hat sich ausgezahlt.

Der Spargel ist herkömmlich gekocht.

Zusammen ganz wunderbar und so wird auch dieses Rezept einen Platz in der Liste der nachkochenswerten Spargelrezepte bekommen.

28
Apr
10

Carpaccio?!? Nein.

Wusstet ihr, dass das Carpaccio deswegen Carpaccio heißt, weil das originale Carpaccio aus rohem Rindfleisch in seiner Farbgebung an Bilder von Vittore Carpaccio erinnert, der bei seinen Gemälden immer sehr reichlich mit den Rottönen umging? Nein? Ich auch nicht, aber jetzt wissen wir es alle.

Jetzt steh‘ ich da mit meinem grünen Carpaccio, obwohl Vittore doch so viel Rot verwendet hat. Aber heutzutage kann man glücklicherweise alles, was halbwegs dünn geschnitten ist, Carpaccio nennen. Warum das Zeug so heißt, weiß ja eh kaum einer. Klingt ja auch besser als hauchdünn geschnittene Zucchini. Hier im gelobten Land (=NRW) kennt man in einigen Landstrichen noch das Ruhrpott-Carpaccio. Eine Delikatesse der Haute Cuisine, Currywurst.

Für das Rezept hier benötigt man:
2 Zucchini, dünn längs gehobelt
Ricotta
getrocknete Tomaten
Kürbiskerne
Balsamico
Zitronenschale
Rucola
Olivenöl
Petersilie

Den Ricotta mit der gehackten Petersilie, einem TL Öl und den fein gehackten Tomaten mischen.

Die Zucchinischeiben auf ein Backblech legen und mit Olivenöl bestreichen.

Für einige Zeit bei 180° mim Backofen garen.

Derweil die Kürbiskörne in einer Pfanne fettfrei rösten.

Auf einem Teller anrichten, mit etwas Olivenöl und Balsamico beträufeln, geröstete Kürbiskerne und Rucola dazu.

Aus dem Ricotta mit zwei Löffeln Nocken formen und dazu legen.

Mit Zitronenschalabrieb und grobem Salz bestreuen.

Zusammen mit Brot eine schöne leichte sommerliche Vorspeise.


27
Apr
10

Eiszeit: Gelato all’arancia

Aprilwetter ist doch was tolles, erst man wird das ganze Wochenende gebraten, von allen Seiten, bis man sich endlich – quasi gar gekocht – dafür entscheidet, die Frühjahrs-Sommer-Kollektion aus den hintersten Schrankecken zu kramen. Dann pellt man sich Montag morgen in T-Shirt, Shorts und Flip-Flops, nur um dann wieder im Büro zu frieren wie ein Schneider, weil der April mal über Nacht wieder den Ofen aus- und den Kühlschrank aufgemacht hat. Gut, das mit den Shorts und Flip-Flops war übertrieben, ich habe nämlich gar keine Flip-Flops. Sowieso ein alberner Name, finde ich und sei, so sagt Wiki, nur die modische Bezeichnung für Badesandalen aus Kunststoff mit Zehensteg und Schrägriemenbefestigung. Aha, Badelatschen also, was ganz profanes. Ich find‘ die Dinger, vorsichtig gesagt, grenzwertig scheußlich. Oder besser, auch vorsichtig gesagt, ich empfinde es als grenzwertig scheußlich, nirgendwo vor den flippfloppigen Schlappgeräuschen sicher zu sein – eben bis hin ins Büro. Wahrscheinlich vergrätz‘ ich mir jetzt eine Großzahl meiner geneigten Leser, weil gefühlte 90% der Bevölkerung in diesen Schlappen daher kommt. Ich hab‘ ja grundsätzlich nix gegen die Teile, meistens finde ich sie nur situationsbedingt gesehen, ein nicht angebrachtes Schuhwerk.

Aber wie kam‘ ich jetzt eigentlich darauf, ich habe doch gerade noch von der Kälte erzählt. Kälte also – da ist der Bogen ja unauffällig zu Eis geschlagen. Speiseeis, genau, schließlich ist dies ein Kochblog hier und keine Wetterstation und auch keine Modepolizeidienststelle. Auch wenn man Eis nicht kocht. Nur fast. Aber nicht jedes.

Über 8 Liter Eis isst jeder Deutsche im Jahr. Bei Herrn Mestolo stimmt das sicher, und meine restlichen 5 Liter, die ich nicht schaffe, nimmt er auch noch. Ihn kann also kaum etwas glücklicher machen, als Eis und so hat er hauptsächlich Anteil daran und Vorteil davon, dass mit der Küchenhilfe auch ein Eisbereiter eingezogen ist, als gern gesehenes Geschenk des freundlichen Küchenfachgeschäftsverkäufer unseres Vertrauens. Der Eisbereiter der Küchenhilfe ist keine extra Maschine, sondern eine doppelwandige Schüssel, die bis zu 1,9 Liter Eis fassen kann. Diese Schüssel kommt für 15 Stunden in den Gefrierschrank. Angedockt an die Küchenhilfe , danach wird die vorbereitete Eismischung zugefügt, für 25 – 30 min gerührt und fertig ist das Eis. Dann hat es erst einmal eine cremige Softeis-Konsistenz, aber wenn das Eis noch einige Zeit im Gefrierschrank ruht, ist es richtig eisig.

Begonnen haben wir mit Orangeneis. Das Rezept ist aus dem Begleitheft der Küchenhilfe, das Ergebnis cremig, zartschmelzend und es lässt einen die Kapriolen des April vergessen. Wir läuten die Eiszeit ein, ab jetzt bis zum Herbst wird Sonntags nicht mehr gebacken, sondern geeist. Und wenn nicht selbst, dann wenigstens bei Unbehaun.

500ml Vollmilch (im Rezept stand 1,5% Milch, die kaufen wir aber nicht)
Orangen- und Zitronenschalstücke (je 5 Stück, 2x5cm groß, ich hatte mehr Orange)
6 Kaffeebohnen (wofür?)
5 Eigelb
160g Zucker

Die Milch mit den Zitrusfruchtschalen und den Kaffebohnen erhitzen, nicht kochen.

Die Eigelbe mit dem Zucker vermischen.

Die Milch von den Kaffeebohnen und den Zitrusfruchtschalen befreien.

Die Hälfte der Milch zum Ei gießen und dies wiederum in den Topf geben mit der anderen Milch zusammen.

Alles zusammen bei kleiner Hitze erhitzen, ohne dass es kocht für ca. 8 min. Dabei rühren.

Sobald sich die Masse festigt, vom Herd nehmen und abkühlen lassen. Im Kühlschrank dann für 2 – 3 Stunden richtig runterkühlen und dann in den laufenden Eisbereiter geben. Diesen ca. 20 – 25 min auf kleinster Stufe laufen lassen. Fertig.

Das Eis ist jetzt sehr cremig weich, nach einer weiteren Stunde im Gefrierschrank hat es die Konsistenz wie auf dem Foto.

Zorras Kochtopf hat übrigens Geburtstag und Zorra mag Eis. Was gibt es da schöneres für jemanden, wenn die Gäste selbstgemachtes Eis mitbringen. Nachdem ich schon diverse Antipasti auf das Geburtstagsbüffet gestellt hatte, gesellt sich jetzt noch Eis dazu.

Feliz Cumpleaños!

Jubiläums-Blog-Event LVI - Brunch & Giveaway (Einsendeschluss 15. Mai 2010)

Und während wir alle feiern, träume ich dabei von Zimteis, Kürbiskernöl-Parfait, Himbeereis, Marzipaneis, Zitroneneis und Joghurteis. Demnächst hier. Denn der Sommer wird lang, heiß und eisig.

Und, wer wirklich auf Flip Flops steht, kann sich hier ansehen, wie er sich selber welche klöppelt 🙂

26
Apr
10

Vanille-Chili-Nudeln mit Erdnüssen

Oh man, sie ist da und bringt mich dazu, dass ich jedes Mal, wenn ich die Küche betrete, breit grinsen muss. Meine Küchenhilfe ist eingezogen und mit ihr ein Teil der ganzen Familie. Ein Gemüseschneider. Ein Eisbereiter.  Ein Pastaaufsatz für Röhrennudeln. Der hatte es mir besonders angetan, weil wir ja Spaghetti und Tagliatelle und ähnliche Pasta sehr gut selber machen können, aber Röhrennudeln eben nicht.

Und bei Ulrike, deren Küchenhilfe den selben Stammbaum hat wie meine, habe ich ein Pastarezept frei nach Herrn Schuhbeck gefunden, wie geschaffen dafür, Pasta-Premiere zu feiern und nur ein bißchen an die Situation angepasst, dass es sich um frische Pasta handelt.

300g Macaroni, selbstgemacht aus Hartweizengrieß und Eiweiß, das war übrig von unserer ersten Orangeneis-Produktion. Die Idee ist von Robert, nach dessen Tipp zur Eiweißvernichtung.

Salz
6 Scheiben Ingwer
2 getrocknete rote Chilischoten
1 Lorbeerblatt
300 ml Gemüsebouillon
1 ausgekratzte Vanilleschote
2 Knoblauchzehen in Scheiben


3 EL Olivenöl
30 g gesalzene Erdnüsse, fein gehackt
1 bis 2 EL frisch geschnittenes Basilikum
frisch geriebener Parmesan

Die Bouillon mit 6 Scheiben Ingwer, Vanille, Knoblauch, Lorbeer und Chili in einem Topf aufkochen und gut 5 Minuten kochen lassen.

Lorbeer und Chili entfernen.

Dann die Pasta dazu geben, ca. 3 Minuten köcheln lassen, bis fast die ganze Flüssigkeit verkocht ist, dabei immer mal vorsichtig umrühren, da es schnell ansetzt durch die geringe Flüssigkeitsmenge.

Den Topf vom Herd nehmen und das Olivenöl sowie die Basilikumstreifen hineinrühren.

In warmen Pastatellern anrichten, mit den Erdüssen bestreuen und den Parmesan darüber reiben. Mit Basilikumblättern garnieren. *

Es war schwierig für uns, mit einem Pastarezept mit Eiern zu beginnen, sich mit der Küchenhilfe vertraut zu machen, da wir keinerlei Erfahrung haben mit Pastatei mit Ei. Anfangs war er viel zu weich und wir mussten Mehl nachgeben. Die erste Pasta musste nochmals verknetet werden, da sie viel zu weich war, aber am Ende ging es dann doch ganz gut.

Und hier, das Woche 2-Foto von unserer noch unscheinbaren, aber sehr scharfen Peperoncini-Pflanze:

Woche 1 ist hier:


* Quelle: www.schuhbeck.de

24
Apr
10

What is That? A Sparrow!

23
Apr
10

Ein Jahr, ein Monat und ein Tag…

… genau hat’s gebraucht, um hier das allererste Tofu-Rezept zu bloggen. Und das, wo man Vegetariern doch häufig nachsagt, nichts als Tofu zu essen. Als Fleischersatz. Die Frequenz der von uns geposteten Tofu-Rezepte entspricht der Wirklichkeit, Tofu gibt’s vielleicht einmal im Jahr, das reicht dann für ein bis zwei Rezepte und dann ist’s wieder gut. Tofuwürstchen, Tofuschnitzel und all‘ sowas brauche ich nicht, ich vermisse kein Fleisch in meinem Leben als das ich es mit einem Fleischersatz ausgleichen müsste. Wenn es Tofu gibt, dann als normale Zutat, wie ich auch andere Lebensmittel verwenden würde.

2 Knoblauchzehen
1 Zwiebel
30g Ingwer
1 EL Öl
120 g umbrische Linsen
1 EL Currypulver (unseres ist von Herbaria)
400 ml Gemüsebouillon
2 Ziegenjoghurts
1 Limette
1 Peperoncino, frisch
Salz, Pfeffer
175 g Bio-Tofu

Den Ziegenjoghurt in einer Schüssel mit dem Saft der Limette verrühren.

Peperoncino entkernen und ganz fein hacken und unter den Joghurt rühren. Gegebenenfalls salzen und pfeffern.

Knoblauch, Ingwer und Zwiebel schälen und alles grob hacken. Öl in einem Topf erhitzen. Zwiebel, Knoblauch und Ingwer darin kurz glasig dünsten.

Die Linsen (müssen nicht vorher eingeweicht werden) und das Currypulver dazugeben, alles kurz zusammen andünsten.

Die Bouillon dazugeben.

Einmal aufkochen lassen und dann bei kleiner Flamme leise vor sich köcheln lassen, so ca. 20 min. bis die Linsen gar sind.

Den Tofu würfeln und anbraten, dann zu den Linsen geben, nochmals 2 – 3 min. mitköcheln und mit dem Joghurt servieren.

Schön ist hierbei, dass bei scharfen Gerichten oft Joghurt verwendet wird, um es etwas zu mildern, hier ist es genau umgekehrt.

Nächste Woche dann noch ein Tofu-Rezept mit der anderen Hälfte und dann ist erst mal wieder gut. Wir wünschen Euch allen ein schönes Frühlingswochenende!




Mestolo: DAS vegetarische Kochblog!

Vegetarische Küche, möglichst biologisch, regional und saisonal - mit Ausnahmen. Einmal wöchentlich geöffnet.

"Gutes Essen kann gesundheitsschädlich sein, schlechtes ist es immer." Wolfram Siebeck

Koch-Events:

Was ich wichtig finde:

Ärzte ohne Grenzen - Gesundheit ist ein Menschenrecht

Kochbuch:

Rezeptebuch

Und außerdem:

Suchmaschinenoptimierung mit Ranking-Hits

Küchenblogs