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Risotto milanese und Schillernder Wolf

Schillernder Wolf, so’n Quatsch.

Grätige Zumutung wäre mein Name für Hecht, dessen lateinischer Name Esox lucius wohl Schillernder – wahlweise auch Hungriger – Wolf bedeutet.

Über das Essen hier habe ich mich nur geärgert. Der Hecht hat mehr Gräten als Fleisch, das Risotto ist zu rot, alles blöd.

Das Rezept für’s Risotto habe ich irgendwo im Netz gefunden und dort stand Rot-oder Weißwein und entgegen meinem Gefühl habe ich Rotwein verwendet. Mag sich geschmacklich nicht auswirken, optisch fand ich es schon enttäuschend, weil Risotto Milanese doch so hübsch gelb ist. Meins nun nicht.

Und Hecht schmeckt gut, kommt mir aber nie (!) wieder ins Haus, die Grätenanzahl übersteigt meine Toleranzgrenze um ein Vielfaches.

Der Safran ist aus Città della Pieve (Umbrien), unserem bevorzugten Reiseziel in Italien.

1 Schalotte
1 EL Butter
200 g Risottoreis (wir hatten Vialone Nano)
1 Glas Rotwein
3/4 l Gemüsebouillon
einige Fäden Safran
50 g Parmesan, frisch gerieben
Salz

Die Schalotte schälen und fein würfeln.

Etwas Olivenöl in einem Topf erhitzen und die Schalotte darin andünsten.

Den Reis zugeben und unter Rühren glasig werden lassen.

Den Wein angießen und alles unter Rühren garen, bis die Flüssigkeit verdampft ist.

Die heiße Gemüsebouillon nach und nach unter weiterem Rühren dazugeben.

Immer wenn die Flüssigkeit vom Reis fast aufgesogen ist, weitere Bouillon nachgießen, bis der Reis gar ist (bissfest, nicht zu weich)

Die Safranfäden in etwas warmem Wasser auflösen und in den Risotto rühren.

Zum Schluss die Butter und den Parmesan unterrühren.

Mit Salz und Pfeffer abschmecken und den Risotto zugedeckt noch kurz ziehen lassen.


Auf vorgewärmten tiefen Tellern anrichten und noch mit einigen Safranfäden garnieren.

Der olle Gräterich ist einfach nur gebraten.

Geschmeckt hat’s schon gut, aber ich werde das unbedingt wiederholen und dann mit Weißwein und ohne Hecht.

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9 Responses to “Risotto milanese und Schillernder Wolf”


  1. 22. April 2010 um 07:14

    na ja, das mit dem Rotwein war ja eigentlich logisch, wo stand das denn? Rotwein im risotto milanese? Noch nie gelesen, gehört….

  2. 22. April 2010 um 07:17

    Hecht wird normalerweise gerne zu Klößen verarbeitet (nämlich genau wegen der vielen vioelen Gräten). Für das Risotto würde ich Weißwein nehmen. Soweit ich weiß, gehört an Risotto Milanese noch Knochenmark. Ich finde aber, die Kombination hat eine zweite Chance verdient, dann eben als Hecktklößchen mit Risotto milanese.

  3. 22. April 2010 um 07:28

    Jetzt weiß ich, warum ich Hecht höchstens in Klößchenform mag 😀

  4. 22. April 2010 um 08:29

    War der im ganzen oder als Filet? Und hat man keine Chance die Gräten vor dem Braten mit einer Pinzette zu entfernen?

  5. 22. April 2010 um 10:37

    Hecht entgräten ist echt was für jemand, der Vater und Mutter erschlagen hat! Da haste den schönen Safran ja richtig vergeudet 😉

  6. 22. April 2010 um 15:03

    Die Zutatenliste erahnt ein ganz tolles Gericht! Mit dem Hecht ist das eben so eine Geschmackssache!

  7. 22. April 2010 um 19:38

    Das war dann wohl eher ein schillernder Wolf im Schafspelz. Kann man ja nicht erahnen, dass das Ding so viele Gräten hat. Bin mal auf den nächsten Versuch mit nem anderen Fisch und Weißwein gespannt, denn an sich klingt das Gericht, finde ich, sehr fein!

  8. 22. April 2010 um 19:52

    Oh Hecht. Ich hatte da auch schon meine Erfahrungen. Kindheitserinnerung: toller Geschmack.
    Nachgekocht: nie wieder, ungenießbar, der Gräten wegen.
    Wo doch der Herr Kampi jeden Hecht, den er kriegen könnte, kaufen wöllte. Kommt mir auch nicht mehr ins Haus. Und Rotwein ins Risotto, na ja….

  9. 9 Erich
    22. April 2010 um 22:23

    Von Rotwein-Risotto rede ich auch immer, machte es aber noch nie, wegen der vorgeahnten Unansehnlichkeit. Obwohl, es soll Gegenden geben, wo das so gemacht wird. Safran hätte ich bei Rotwein sicher nicht zugegeben, kann gar nicht schön gelb werden so. Hecht ist absolut super, sage ich, vermutlich weil der einzige Hecht, den ich je gegessen habe, selber gefangen war, in einem See in Finnland. Tranchen schnitten wir, quer durch und an Gräte erinnere ich mich nicht negativ, rausgezupft oder -gespuckt und in der Euphorie nicht gespeichert.


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