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Apr
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Eiszeit: Gelato all’arancia

Aprilwetter ist doch was tolles, erst man wird das ganze Wochenende gebraten, von allen Seiten, bis man sich endlich – quasi gar gekocht – dafür entscheidet, die Frühjahrs-Sommer-Kollektion aus den hintersten Schrankecken zu kramen. Dann pellt man sich Montag morgen in T-Shirt, Shorts und Flip-Flops, nur um dann wieder im Büro zu frieren wie ein Schneider, weil der April mal über Nacht wieder den Ofen aus- und den Kühlschrank aufgemacht hat. Gut, das mit den Shorts und Flip-Flops war übertrieben, ich habe nämlich gar keine Flip-Flops. Sowieso ein alberner Name, finde ich und sei, so sagt Wiki, nur die modische Bezeichnung für Badesandalen aus Kunststoff mit Zehensteg und Schrägriemenbefestigung. Aha, Badelatschen also, was ganz profanes. Ich find‘ die Dinger, vorsichtig gesagt, grenzwertig scheußlich. Oder besser, auch vorsichtig gesagt, ich empfinde es als grenzwertig scheußlich, nirgendwo vor den flippfloppigen Schlappgeräuschen sicher zu sein – eben bis hin ins Büro. Wahrscheinlich vergrätz‘ ich mir jetzt eine Großzahl meiner geneigten Leser, weil gefühlte 90% der Bevölkerung in diesen Schlappen daher kommt. Ich hab‘ ja grundsätzlich nix gegen die Teile, meistens finde ich sie nur situationsbedingt gesehen, ein nicht angebrachtes Schuhwerk.

Aber wie kam‘ ich jetzt eigentlich darauf, ich habe doch gerade noch von der Kälte erzählt. Kälte also – da ist der Bogen ja unauffällig zu Eis geschlagen. Speiseeis, genau, schließlich ist dies ein Kochblog hier und keine Wetterstation und auch keine Modepolizeidienststelle. Auch wenn man Eis nicht kocht. Nur fast. Aber nicht jedes.

Über 8 Liter Eis isst jeder Deutsche im Jahr. Bei Herrn Mestolo stimmt das sicher, und meine restlichen 5 Liter, die ich nicht schaffe, nimmt er auch noch. Ihn kann also kaum etwas glücklicher machen, als Eis und so hat er hauptsächlich Anteil daran und Vorteil davon, dass mit der Küchenhilfe auch ein Eisbereiter eingezogen ist, als gern gesehenes Geschenk des freundlichen Küchenfachgeschäftsverkäufer unseres Vertrauens. Der Eisbereiter der Küchenhilfe ist keine extra Maschine, sondern eine doppelwandige Schüssel, die bis zu 1,9 Liter Eis fassen kann. Diese Schüssel kommt für 15 Stunden in den Gefrierschrank. Angedockt an die Küchenhilfe , danach wird die vorbereitete Eismischung zugefügt, für 25 – 30 min gerührt und fertig ist das Eis. Dann hat es erst einmal eine cremige Softeis-Konsistenz, aber wenn das Eis noch einige Zeit im Gefrierschrank ruht, ist es richtig eisig.

Begonnen haben wir mit Orangeneis. Das Rezept ist aus dem Begleitheft der Küchenhilfe, das Ergebnis cremig, zartschmelzend und es lässt einen die Kapriolen des April vergessen. Wir läuten die Eiszeit ein, ab jetzt bis zum Herbst wird Sonntags nicht mehr gebacken, sondern geeist. Und wenn nicht selbst, dann wenigstens bei Unbehaun.

500ml Vollmilch (im Rezept stand 1,5% Milch, die kaufen wir aber nicht)
Orangen- und Zitronenschalstücke (je 5 Stück, 2x5cm groß, ich hatte mehr Orange)
6 Kaffeebohnen (wofür?)
5 Eigelb
160g Zucker

Die Milch mit den Zitrusfruchtschalen und den Kaffebohnen erhitzen, nicht kochen.

Die Eigelbe mit dem Zucker vermischen.

Die Milch von den Kaffeebohnen und den Zitrusfruchtschalen befreien.

Die Hälfte der Milch zum Ei gießen und dies wiederum in den Topf geben mit der anderen Milch zusammen.

Alles zusammen bei kleiner Hitze erhitzen, ohne dass es kocht für ca. 8 min. Dabei rühren.

Sobald sich die Masse festigt, vom Herd nehmen und abkühlen lassen. Im Kühlschrank dann für 2 – 3 Stunden richtig runterkühlen und dann in den laufenden Eisbereiter geben. Diesen ca. 20 – 25 min auf kleinster Stufe laufen lassen. Fertig.

Das Eis ist jetzt sehr cremig weich, nach einer weiteren Stunde im Gefrierschrank hat es die Konsistenz wie auf dem Foto.

Zorras Kochtopf hat übrigens Geburtstag und Zorra mag Eis. Was gibt es da schöneres für jemanden, wenn die Gäste selbstgemachtes Eis mitbringen. Nachdem ich schon diverse Antipasti auf das Geburtstagsbüffet gestellt hatte, gesellt sich jetzt noch Eis dazu.

Feliz Cumpleaños!

Jubiläums-Blog-Event LVI - Brunch & Giveaway (Einsendeschluss 15. Mai 2010)

Und während wir alle feiern, träume ich dabei von Zimteis, Kürbiskernöl-Parfait, Himbeereis, Marzipaneis, Zitroneneis und Joghurteis. Demnächst hier. Denn der Sommer wird lang, heiß und eisig.

Und, wer wirklich auf Flip Flops steht, kann sich hier ansehen, wie er sich selber welche klöppelt 🙂

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11 Responses to “Eiszeit: Gelato all’arancia”


  1. 27. April 2010 um 06:32

    Mit den 6 Kaffeebohnen ist der Espresso (oder ein Hauch davon) bereits integriert.

  2. 27. April 2010 um 07:29

    Endlich Flip-Flops, die auch ich mag! 😉

    Super Eis! Damit esse ich Deine übrigen 5 Liter auch locker mit auf.

  3. 27. April 2010 um 08:04

    Ich hab‘ auch keine FlipFlops und das Eis schmeckt auch ohne ;-))

  4. 27. April 2010 um 08:34

    Ich liebe Flip-Flop schon seit meiner Jugend. Eismaschine zahlt sich auf jeden Fall aus. Meine Naschkatzen sind ganz verrückt nach Eis. Neulich habe ich Pistazien-Eis hergestellt. Deines sieht richtig nach Sommer aus.

  5. 27. April 2010 um 08:38

    Am WE sassen wir am Pool ohne Flipflop aber mit gekauftem Eis aus Avignon, da ich in Paris wie auch im Luberon super gute Eislieferanten habe, lohnt sich das Selbermachen eigentlich gar nicht…..

  6. 27. April 2010 um 08:40

    Ich bin ja ein riesengrosser Eisfan. Danke für das Rezept. Von Flip-Flops war ich bis vor zwei, drei Jahren auch kein Fan. Aber inzwischen ziehe ich doch ab und zu welche an, aber meist nur im Garten, damit ins Büro zu gehen käme mir nicht in den Sinn.

  7. 27. April 2010 um 11:08

    Wenn ich so Latschen anziehn würde, hätte ich mir ratz fatz den Hals gebrochen. Schönes Eis!

  8. 27. April 2010 um 11:46

    Schlappen gehen immer, nur nicht überall, stimmt. Dazu fällt mir die Geschichte ein, wie ich vor Jahren mit befreundeter Familie nach Paris fuhr, wir dort abends durch strömenden Regen in Bastschühchen zur Oper flitzten, heilfroh in gegenüberliegenden Logen Platz nahmen, und alsbald schmutzwasserdurchtränkte Söckchen über die rotsamtene Brüstung herüberblitzten. Mit Schlappen wär das nicht passiert.

  9. 27. April 2010 um 13:27

    Ich gehöre dann wohl zu deinen gefühlten 10%, die ohne Flipflops auskommen. Ehrlich gesagt hatte ich immer mal wieder welche im Geschäft anprobiert, aber bei mir verursacht der blöde Steg neben dem großen Onkel Schmerzen.

  10. 27. April 2010 um 15:02

    Bei mir in Colorado werden Flip Flops das ganze Jahr ueber getragen. Auch kurze Hosen und kurz Arm T-Shirts bei Eiseskaelte und Schnee. Nicht von mir, aber von vielen hartgesottenen Natives. Ist schon ein gewoehnungsbeduerftiger Anblick. Habe mich doch vor kurzem auch ertappt. Musste mit meinen Flip Flops einigen Schneeresten ausweichen.

  11. 27. April 2010 um 22:59

    Flipflops in der Stadt war hier ewig verpoent aber seitdem ja auch die Birkies zum letzten Schrei, sogar ein Statussymbol, geworden sind, warte ich darauf dass auch die Roemer die City Flipflops entdecken, wie die Touristen die damit schon in diesen Tagen in der Stadt herumlaufen. Bin ja gespannt auf das Kuerbiskernoel – Parfait!


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