Archiv für Mai 2010

31
Mai
10

Eiszeit: Indisches Kulfi

Diese neue Woche beginnen wir mit Eis, ich lasse mich vom Wetter nicht verschrecken und deswegen probieren wir jede Woche ein anderes Eis aus. Im ersten Rezept (Vanilleeis) waren noch Eier drin, aber ich suche derzeit nur Eisrezepte ohne Ei, da ich der Meinung bin, dass Eier im Eis nichts zu suchen haben.

Dieses Mal fiel unsere Wahl dann auf Kulfi. Kulfi ist eine Spezialität in Indien, die oft bei großen Festlichkeiten, z.B. Hochzeiten, angeboten wird. Seinen besonderen Geschmack erhält es einerseits durch die Zutaten als auch durch die eingekochte Milch. Rezepte gibt es viele dazu im Internet, ich habe mir zusammen gesucht, wie es mir am besten gefällt und es ist gut gelungen.

1 ½ Liter Vollmilch
12 Kardamomkapseln
100 g feiner Zucker
150 g Pistazienkerne
60 g gemahlene Mandeln
160 g Sahne

Die Milch in einen großen, schweren Topf gießen, die geöffneten, kompletten Kardamomkapseln dazu geben und zum Kochen bringen.

Die Hitze reduzieren und 45 min auf kleiner Flamme kochen lassen, bis die Milch auf die Hälfte eingekocht ist. Dabei ab und an umrühren.

Danach den Zucker zugeben und rühren, bis er sich aufgelöst hat. Auskühlen lassen und mindestens 8 Stunden kalt stellen. Wir haben die Milch über Nacht in den Kühlschrank gestellt.

Die Pistazien hacken.

Die abgekühlte Milch durch ein Sieb streichen und die gemahlenen Mandeln unterrühren.

Die Sahne halb steif schlagen und die Milch darin verrühren. In den Eisbereiter der Küchenhilfe füllen. Dann die Maschine laufen lassen, bis das Eis fast gefroren ist. Die Hälfte der Pistazien dazu geben und die Maschine zu Ende arbeiten lassen, ungefähr dauert das insgesamt ca. 20 min.

Die andere Hälfte der Pistazien zum Garnieren verwenden. Köstlich.

Und auch in der 7. Woche wächst unser Peperoni-Pflänzchen prächtig, so dass es bald auch ganz an die frische Luft kann. Wenn es nicht gerade hagelt, so wie momentan…

Woche 6:

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28
Mai
10

Take away-Eggs und eine Protestschrift

„Ich wollt‘ ich wär ein Huhn, ich hätt‘ nicht viel zu tun, ich legte jeden Tag ein Ei“ und manchmal welche ein…

Sommerzeit, Picknickzeit. Jedenfalls im Kalender, wenn ich heute wieder rausschaue, nix als trüber Himmel, Regen und eine Kälte, dass man meint, es sei wieder Februar.

Ehrlich gesagt: ich mag nicht mehr, so lange waren wir tapfer, habe ohne Klagen (naja) den strengen Winter ertragen, den usseligen Februar, dann den nasskalten März, der nahtlos überging in den grautrüben April. Aber jetzt…

Hallo, geht’s noch!?!?! Es ist Mai. Mai, Maihai – verstehste, Wonnemonat und so. WONNE!!!! Reimt sich auf SONNE!! Sonnemonat, Wonnemonat, wär mir beides recht. Und was ist: schon wieder Regen, kalt, grau.

Okay, ich geb’s zu, Pfingsten war nett, aber nur Pfingsten. Und jetzt? Wieder kalt. Das ist doch als würde man einen hungrigen Menschen mal am leckeren Kuchen riechen lassen, den vielleicht noch zeigen und dann wieder wegpacken. Das geht doch so nicht weiter, ich prangere das an, laut und deutlich.

Ich fordere:

  • 20°C + X tagsüber (nachts kann’s ja ein bißchen regnen, das muss ja auch sein)
  • angenehme Wassertemperaturen in Badeseen
  • Wiederholung der verregneten Feiertage mit Sonnenschein in den nächsten 8 Wochen
  • Preisbremse für überteuerte Erdbeeren, weil die dieses Jahr schlecht wachsen.
  • Und Picknick

Apropos Picknick. Sherberth von Hefe und Mehr richtet das aktuelle Kochtopf-Event aus und wünscht sich Mitnehm-Essen, zwar nicht nur für’s Picknick, aber auch. Bitte schön, diese Eier kann man mitnehmen, sie gehen nicht mal kaputt, weil gar keine Schale mehr dran ist. Ich hatte das so ähnlich schon mal mit Wachteleiern gemacht, ist beides gut, Wachteleier sind eben etwas neckischer…

Blog-Event LVII - Essen für unterwegs (Einsendeschluss 15. Juni 2010)

Eier, sehr frisch
Peperoncini
Wacholderbeeren
Gewürznelken
Lorbeerblätter
einige Zweige Rosmarin und Thymian
Salz
Rotwein-Essig (ca. im Verhältnis 1:5 zum Wasser)
Knoblauchzehen
Wasser

Die Menge der Gewürze richtet sich ein bißchen nach den Vorlieben und nach der Menge der einzulegenden Eier.

Die Eier hart kochen und pellen.

Das Wasser mit dem Salz, den Gewürzen, den geschälten, ganzen Knoblauchzehen, dem Essig und der Hälfte von Thymian und Rosmarin aufkochen. Diesen Sud ungefähr 10 Minuten kochen lassen.

Die Eier mit den ungekochten Rosmarin- und Thymianzweigen in ein großes Twist-off-Glas (oder mehrere) schichten und mit dem heißen Gewürzsud  bis an den Rand begießen.

Das Glas rasch verschließen, für 5 min auf den Kopf stellen und nach dem Abkühlen im Kühlschrank noch mindestens 3 Tage ziehen lassen. Zum Picknick gut genießbar, mit etwas Essig, Öl und / oder Senf.

Und JETZT will ich SONNE. Das wünsche ich mir und Euch und ein schönes Wochenende auch noch.

27
Mai
10

Croxetti und Oregano-Pesto

Kanntet ihr Croxetti? Das ist eine Pastasorte in Münzform, auf beiden Seiten mit einem Motiv gestempelt, auf meiner hier waren Kornähren. Wunderschön anzuschauen. Ich hatte schon mal welche gesehen, habe dann eine Zeit lang versucht, einen Croxetti-Stempel zu bekommen, aber diese Bemühungen waren nie von Erfolg gekrönt.

Letztens war ich aber in Düsseldorf, das ist an sich nicht ungewöhnlich, weil ich dort arbeite, aber – in meiner Mittagspause enterte ich einen italienischen Lebensmittel Groß- und Einzelhandel auf der Ackerstraße und fand – nein, nicht den Croxetti-Stempel, aber Croxetti. Gesehen und gekauft waren quasi eins. Und noch so einiges anderes…

Google erzählte mir später, dass Croxetti aus Ligurien kommen und man sie in der Regel mit Pesto isst. Wunderbar, ich stimmte zu und war mir einig, es gibt Croxetti mit Pesto.

Basilikum-Pesto war mir zu langweilig und da der Oregano auf unserer Fensterbank sowieso nicht weiß, wohin mit seinen Zweigen, gab es Oregano-Pesto. Die Idee mit dem Zitronensaft stammt von Jim und George von No Kitchen vor Old Men, passte zum Oregano-Pesto sehr gut, beim herkömmlichen Basilikum-Pesto bin ich noch skeptisch.

Bund Oregano, die Blätter
2 kleine Zweige Rosmarin, nur die Nadeln
einige Blätter Basilikum
1 Handvoll Mandeln, leicht geröstet
1 Handvoll Parmesan
2 Knoblauchzehen
Olivenöl
den Saft einer Zitrone

Einfach alle Zutaten außer dem Zitronensaft im Blender vermixen und danach mit dem Zitronensaft abschmecken.

Mit den gekochten Croxetti vermischen und rasch servieren.

Ich war anfangs, vor allem als ich die Blätter vom Oregano abzupfte, skeptisch, ob das wirklich schmeckt, da mir der Geruch sehr intensiv erschien. Fertig gemixt schmeckt es ziemlich gut, sehr würzig und auch intensiv, aber nicht unangenehm. Wird wieder gemacht.

Obenauf kam noch eine Scheibe Burrata vom gleichen Händler, eine wunderbare Kombination.


26
Mai
10

Frühlingshafte Ofenkartoffel mit Buttermakrele

Schon wieder was von eatsmarter.de. Aber die haben auch wirklich schöne Sachen, die mich immer wieder zum Nachkochen anregen, vor allem wenn’s mal was einfacher sein soll. So wie diese Ofenkartoffeln, gefüllt mit sich selbst, Frühlingszwiebeln und Buttermakrele. Und allein die Buttermakrele war ein Gedicht, aus der Fischtheke in der Metro. Und die Frühlingszwiebeln passen thematisch ja sehr gut in diese nicht vorhandene Jahreszeit, verbunden mit der Hoffnung, dass das schöne Pfingstwetter jetzt nahtlos in den Sommer übergeht…

Durch das anschließende Garen der gefüllten Backkartoffeln im Backofen entfaltete sich das Räucheraroma der Makrele so richtig und zusammen mit den Frühlingszwiebeln wirklich richtig gut. Herr Mestolo war begeistert, das freut mein liebendes Ehefrauenherz *kicher*

1 kleiner Bund Frühlingszwiebeln
200g Buttermakrele
2 TL Meerrettich
75 ml Milch
4 grooooße Kartoffeln
optional: Parmesan

Die Kartoffeln im backofen in Alufolie gewickelt bei 200° ca. 60 min garen.

Die Frühlingszwiebeln in Ringe schneiden.

Die Milch mit dem Meerrettich mischen.

Die gegarten Kartoffeln in der Mitte durchschneiden, aushöhlen (einen Rand stehen lassen) Das Innere der Kartoffeln mit einem Kartoffelstampfer und der Milch verrühren.

Makrele und Frühlingszwiebeln vorsichtig unterheben. Etwas Salz und Pfeffer dazu geben.

Die Füllung in die 4 Kartoffelhälften geben, wenn gewünscht mit etwas Parmesan bestreuen und nochmals 15 – 20 min im Ofen überbacken.

Schöne Konsistenz und prima im Geschmack.

25
Mai
10

Wenn der Spitzkohl seinen Namen tanzt…

…wird der Spargel wild.

Ich weiß bis heute nicht, ob es sich um eine böswillige Verleumdung oder die Wahrheit handelt, dass man auf der Waldorfschule seinen Namen tanzen lernt, aber irgendwie ist es doch für einen kleinen Witz gut, und sei es nur dafür, eine schöne Überleitung zum Waldorf-Salat mit Spitzkohl und wildem Spargel zu schlagen.

Es ist nur im weitesten Sinne ein Waldorfsalat, weil vieles fehlt oder ersetzt wurde, aber gut geschmeckt hat er trotzdem, richtig gut sogar. Der Wildspargel war nicht geplant, aber der klammerte sich in unserem Einkaufswagen fest und wollte unbedingt mit – wer kann so jungem Gemüse schon widerstehen?

1 kleiner Spitzkohl
80g Ziegenfrischkäse
50 ml Sahne
Haselnüsse
1 säuerlicher Apfel
1/2 TL Curry
1 Karotte
2 TL Rosinen

Den Spitzkohl in feine Streifen schneiden, mit etwas Salz (1 – 2 TL) bestreuen, gut durchrühren und eine halbe Stunde ziehen lassen.

Aus dem Ziegenfrischkäse, Pfeffer, Salz, den Rosinen und Curry ein Dressing anrühren.

Den Kohl abspülen und trockenschütteln.

Den Apfel in feine Scheiben schneiden.

Die Haselnüsse hacken.

Die Karotte schälen und in feine Scheiben schneiden.

Alles vorsichtig unter den Kohl mischen, das Dressing dazu geben und den Salat noch ca. 20 min ziehen lassen.

Schmeckt sehr frisch und fruchtig.

Und Wildspargel schmeckt übrigens toll, ganz zart, leicht nussig und sehr aromatisch. Wir haben ihn eine Minute im kochenden Wasser blanchiert, vorher schmeckte er bitterer und ich fand ihn durch das Kochen reicher im Geschmack. Und hübsch anzusehen ist er auch.

24
Mai
10

Eiszeit: Walnusseis mit Ahornsirup

Wir sind im Eistaumel und endlich beschert uns das Wetter auch die passenden Temperaturen dafür. Wunderschöne Pfingsttage, selbst am Abend ist es noch warm genug, draußen zu sitzen, die Grillorgien um uns herum beginnen und der Sommer ist zum Greifen nah.

Von der letzten Ernte gab es noch genügend Walnüsse bei uns im Vorrat und so lag es nah, ein Walnusseis mit Ahornsirup aus unserer Eismaschine zu zaubern.

100 g Walnüsse, gehackt
160 ml Ahornsirup
300 g Schlagsahne extra
200 g Kondensmilch, gut gekühlt

Den Ahornsirup und die Sahne gut verrühren.

Die gekühlte Kondensmilch in eine große Schüssel gießen und so lange aufschlagen, bis sie dick wird und sich ihr Volumen verdoppelt hat; sie sollte so fest sein, dass man die Spur des Rührgeräts sehen kann.

Die Sirupsahne sorgfältig unterrühren.

In den Eisbereiter der Kitchenaid umfüllen und nach Anleitung verarbeiten.

Wenn das Eis fast fertig ist, die gehackten Walnüsse dazu geben. In einen Gefrierbehälter füllen und weitere 2-3 Stunden gefrieren, bis das Eis fest ist.

Schmeckt wunderbar nussig, nicht zu süß und der Geschmack der Walnüsse harmonisiert gut mit dem Ahornsirup.

Das Rezept stammt aus dem Buch Eiscreme – der perfekte Genuss von Susanna Tee, ein wahres Schnäppchen mit einigen guten Rezepten.

Außerdem noch, wie üblich, das Montagsfoto vom Playmobilkönig Adoptivpeperoni mit Größenvergleichkönig:

Letzte Woche:


21
Mai
10

Halt’s Maul, Taschen – ich krieg‘ die Pimpernellen…

So schlimm war’s gar nicht, aber der Titel entstand aus einem Gespräch, alternativ dazu würde natürlich auch ganz brav Pimpinellen-Pesto-Pasta passen.

Meiner Googlerecherche zufolge haben wohl die Pimpinellen aus meinem Rezept durchaus was mit den Pimpernellen zu tun, die man im Rheinischen bekommt, wenn man sich aufregt, über etwas ärgert oder wütend wird.

Wenn man die Pimpinellen/Pimpernellen kriegt, wird man ungeduldig, nervös oder ist der Verzweiflung nahe. Die Pimpinelle ist ein Kraut, dass z.b. fester Bestandteil der Frankfurter Grünen Soße ist. Die Bedeutung ist leider immer noch nicht ganz geklärt: Zum einen ist der Begriff im Rheinischen offenbar die mundartliche Bezeichnung für das Zittergras, wodurch sich die Bedeutung „ganz zittrig vor Ärger werden“ herleiten könnte, wahrscheinlicher ist aber, dass die Bibernelle (auch eine Pimpinellenform) namensgebend war. Eine Tinktur aus ihr, wird nämlich auch heute noch gegen Bluthochdruck und Kopfweh empfohlen.

Wir haben also Pimpinellen bekommen, ganz ohne uns zu ärgern, einfach mit unserer diensttäglichen Gemüsekiste vom Biobauernhof. Grüne Soße wollte ich nicht machen, ich hatte von den nötigen sieben Kräutern doch nur eins. Und Pastateig war auch noch da, die Reste unserer Maccharoni-Produktion warteten noch unverarbeitet im Kühlschrank auf uns. Also Maultaschen, schön dünn ausgerollt, ordentlich groß, damit viel Füllung reinpasst und dann noch etwas Pesto dazu.

Pimpinelle eignet sich sehr gut für ein Pesto, sie schmeckt frisch, leicht nussig und erinnert vom Geruch her irgendwie an Gurken. Obendrein ist sie reich an Vitamin C. Um den Eigengeschmack der Pimpinelle nicht zu verdecken, habe ich ein leichtes Olivenöl, wenig Parmesan, Mandeln und keinen Knoblauch verwendet.

2 Bund Pimpinelle, davon die Blätter
40g Parmesan
Olivenöl
100g Mandeln

Alles zusammen in den Mixer geben und unter Zugabe von Olivenöl pürieren. Für das Pesto, dass über die fertige Pasta kam, hatte ich, um es mehr zu verflüssigen, noch etwas Olivenöl untergerührt.

Pastateig aus
Hartweizengrieß
Wasser und
Salz

Den Teig ausrollen, rund ausstechen (wir hatten eine Größe von ca. 12 cm im Durchmesser), einen Löffel des Pestos hineingeben und zuklappen. Die Ränder andrücken, das kann man mit einer Gabel machen, wir hatten eine Tupper Teig-Falle verwendet.

Im kochenden, gesalzenen Wasser ca. 3 – 4 min kochen und mit etwas Pesto servieren.

So bekommt hier jeder Pimpernellen und muss sich nicht mal aufregen.

Euch allen ein unaufregendes (im Sinne von stressiges), aber schönes und sonniges Pfingstwochenende.




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