06
Mai
10

Pillekoken und Rievkoche

Jode Morje, ehrlicherweise ist das vielleicht nicht ganz ein Pillekoken, sondern eher so ein Mittelding zwischen eben einem Pillekoken und einem Reibekuchen. Aber ich bin ja auch keine Rheinländerin sondern eher so ein Mittelding zwischen – ach, lass‘ wir das 😉

Herr Mestolo wünschte sich was mit Kartoffeln. Und scharf. Aha. Blumenkohl-Kartoffel-Curry? Och nö, das gab’s ja letztens erst. Geeinigt haben wir uns dann auf Reibekuchen bzw. eben Pillekoken mit Peperoncini. Pillekooken ist auch unter der Bezeichnung Pillekoken, Pillekuoken oder Pillekuchen bekannt, Reibekuchen werden korrekt natürlich Rievkoche ausgesprochen. Ich als Zugereiste behaupte mal, es gibt auch nicht soooo groß Unterschiede, auch wenn die natürlich vorhanden sind. Pillekoken sind riesig, immer herzhaft gereicht meist mit Fleisch oder überbacken. Rievkoche gehen ja auch süß mit Apfelmus oder so. Beides zu Hause zuzubereiten ist immer schwierig, weil man danach olfaktorisch nicht mehr von einem Reibekuchen oder Pillkoken unterschieden werden kann.

Hierzu hatten wir nicht mehr als

Kartoffeln
1/2 sehr scharfe Chilischote
1 Ei
Peffer, Salz

Kräuterquark

Räucherlachs

Die Kartoffeln nicht zu grob raspeln, die Chili feinst würfeln. Kartoffeln, Ei, Salz, Pfeffer und Chili miteinander mischen und in einer Pfanne mit nicht zu wenig Öl braten.

Der Quark war mit viel Dill, Petersilie und zwei gekochten und gehackten Eiern gemischt. Schmeckt jot.

Und hier, weil es so schön manchmal die Lebens- und Denkart der Rheinländer darstellt, das Rheinische Grundgesetz, das ungefähr so alt ist wie die 10 Gebote und genauso viel Gültigkeit immer noch hat:

§1 Et es, wie et es!
§2 Et kütt, wie et kütt!
§3 Et hätt noch emmer joot jejange!
§4 Wat fott es, es fott!
§5 Et bliev nix, wie et wor!
§6 Kenne mer nit, bruuche mer nit, fott domett!
§7 Wat wellste maache?
§8 Maach et joot, äwwer nit ze off!
§9 Wat soll dä Quatsch?
§10 Drinkste eene met?
§11 Do laachste dich kapott!

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9 Responses to “Pillekoken und Rievkoche”


  1. 6. Mai 2010 um 07:06

    Ripuarisch versteh ich nicht, doch die Bilder sprechen für sich.

  2. 6. Mai 2010 um 07:55

    Vielleicht kann man die auch im Backofen machen….dann sind es natürlich weder Pille- noch Rievk- sondern Backkoken 😀

  3. 6. Mai 2010 um 10:58

    Reibekuchen heißen bei uns Kartoffelpuffer. Die hat es bei uns zu Hause auch gegeben. Ich selbst habe sie noch nie gekocht.

  4. 6. Mai 2010 um 12:50

    Krebbelcher, so heißen die Dinger – und nicht anners!

  5. 6. Mai 2010 um 13:45

    Wie auch immer sie heißen (weitere Varianten sind Reibedatschi, Bambes, usw.) – wir haben die früher auch gerne gemacht. Geriet irgendwie in Vergessenheit… Schade, Dein (wieder super!) Foto macht echt Appetit. 🙂

  6. 6. Mai 2010 um 16:42

    Bei uns im Dialekt sind das „Grumbeerkiechle“. Ich kenne sie nur mit Apfelmuss. Die deftige Variante mit der Chilischote finde ich sehr interessant. Thanks.

  7. 6. Mai 2010 um 17:35

    Ich kenne die als Brenner. Schon ewig nicht mehr gegessen – danke für die Erinnerung, das werde ich gleich mal meiner Oma zuzwitschern, die macht nämlich die besten ;-))

  8. 8 Evi
    7. Mai 2010 um 18:49

    Kartoffelpfannkuchen, fränkisch ausgesprochen, oder Grumbeereküchle, wie in den Rockies. 😉
    Bei uns gabs die auch nur mit Apfelmus, allerdings zwingend mit Zwiebel und Petersilie drinne. Und Fenster auf!

  9. 10. November 2010 um 18:23

    Kartoffeln und Chili, das geht. Habe ich vorgemerkt.
    Ich mache Rievkooche übrigens so:
    http://utecht.wordpress.com/2010/11/08/kartoffeln-quitten-raucherlachs-dazu-arabicana/


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