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Fußball ist wie Schach, nur ohne Würfel oder: warum die Schweiz Weltmeister werden sollte

Olé, Olé, Oléééé´…. Weltmeister, olé!

Mir ist völlig egal, wer Weltmeister wird. Hauptsache Deutschland, Italien oder die Schweiz.

Da bin ich total offen und tolerant. Möge der Beste gewinnen, also Deutschland, Italien oder die Schweiz.

Okay, die Schweizer sind jetzt keine Fußballgötter oder vielleicht noch nicht als solche erkannt, aber die sind nett, und die Schweiz ist ein symphatisches Land. Das wär doch mal was, es gewinnen einfach die Sympathieträger. Müsste man sich nur noch überlegen, wie man da zu einer Entscheidung käme, wer Sympathiepunkte vergibt, sie vergeben darf und wie sie gewertet werden. Vielleicht noch nicht ausgefeilt, mein System.

Dann eben nach Gerechtigkeit: wenn man also mal die drei, unabhängig von mir ins Feld geführten Mannschaften (ihr erinnert Euch: Deitschland, Italien, Schweiz) miteinander vergleicht, war Deutschland bisher dreimal und Italien viermal Weltmeister. Die Schweiz noch nie. Macht also ein Gerechtigkeitspunkt für die Schweiz (1)

Weiter geht’s:

Also, da haben wir drei Länder, unterschiedlich groß, unterschiedlich bevölkert. Hier mal die Einwohnerzahl der drei Länder.
Deutschland: 82.000.000
Italien: 60.325.805
Schweiz: 7.800.000

Fällt Euch was auf? Genau, es wohnen nämlich viel mehr Deutsche in Deutschland als Schweizer in der Schweiz. Italien wär so dazwischen.

Aber, davon spielen jeweils elf (11) in einer Mannschaft. Das stimmt wirklich, ich hab‘ das nachgezählt.

So, wenn man also jetzt die Anzahl der auf dem Platz stehenden Spieler in Korrelation mit der Einwohnerzahl berechnet, erkennt man schnell, dass die Schweiz deutlich im Nachteil ist, da sie im Gegensatz zu Deutschland mehr als 10 x weniger Menschen zur Auswahl hatte, eine Mannschaft zusammenzustellen. Das ist dann eigentlich nicht gerecht, oder?

Um das auszugleichen, wäre mein erster Vorschlag, dass man (eben im gegenteiligen Verhältnis zur Einwohnerzahl) weniger Spieler auf’s Feld stellen darf. Im vorliegenden Fall wäre es dann so, dass Deutschland mit 2 Spielern und Italien mit 3 oder 4 Spielern antritt. (Ich habe aufgerundet)

Variante 2 wäre, die Schweiz spielt mit 110 Spielern. Mir ist auch durchaus bewusst, dass diese Variante ungünstiger wäre, weil dann a) das Spielfeld zu voll und b) die Schweiz entvölkert wär. So oder so gesehen aber ist die Schweiz im Nachteil aufgrund der geringeren Bevölkerungszahl und erhält deswegen von mir als unabhängiger Jurorin einen weiteren Gerechtigkeitspunkt (2). Da die anderen Länder keinen Gerechtigkeitspunkt erhalten haben, sei meine Argumentationskette, die so fest steht wie die deutsche Abwehr, hiermit abgeschlossen und die Schweiz als Weltmeister stünde fest.

Beide Varianten einschließlich aller Berechnungen und meiner Forderung habe ich nun schon vor geraumer Zeit an die Mitglieder des Exekutiv-Komitees des Fußball-Weltverbandes Fifa gesendet, aber offenbar sind die derzeit so belastet, dass sie bisher noch keine Möglichkeit sahen, mein Schreiben zu beantworten. Kommt sicher noch.

Um die Wartezeit zu überbrücken gibt es heute für Euch ein Rezept, dass schnell gemacht ist und in meine vierwöchige „Ich koche ein Gericht aus möglichst jedem WM-Land“-Phase passt.

Heute Italien, es gibt gratinierte Polenta auf Spinat-Zucchini-Gemüse:

1 Knoblauchzehe
3 Zweige Thymian 400 ml Gemüsebouillon
100 g Polenta
Salz 1 Zwiebel
300 g frischen Blattspinat
1 Zucchini 1 Büffel-Mozzarella
Pfeffer
1/2 TL rosa Pfefferbeeren

Den Knoblauch schälen und in dünne Scheiben schneiden. Vom Thymian die Blättchen abzupfen.

300 ml Wasser aufkochen, unter Rühren die Polenta einstreuen und aufkochen. Nach Packungsanleitung kochen, dabei ständig rühren. Eventuell muss man nochWasser nachgießen, wenn die Polenta zu fest wird.

Die Polenta mit Salz abschmecken, auf ein mit Backpapier belegtes Backblech geben und so verstreichen, dass die Polenta eine Höhe von ca. 1 cm hat. Abkühlen lassen und ausstechen in gewünschter Form. Die Thymianblättchen darauf verteilen.

Die Zwiebel schälen und in Ringe schneiden. Die Zucchini in dünne, ca. 4 cm lange Stücke schneiden.

Die Zwiebelringe mit dem Knoblauch in etwas Öl andünsten. Die Zucchini dazugeben und bei kleiner Hitze etwa 5 Minuten braten.

Den Spinat dazugeben und etwa 3 Minuten dünsten, bis der Spinat zusammengefallen ist.

Den Mozzarella in möglichst dünne Scheiben schneiden und auf die Polenta legen. Im vorgeheizten Backofen bei 225° kurz überbacken, bis der Käse geschmolzen ist.

Das Spinatgemüse nach Geschmack würzen, auf einem Teller anrichten und mit der Polenta belegen. Mit den rosa Pfefferbeeren garnieren.

PS: Heute beginnt die Fußball-WM 2010.

Achtung, Bildung! Die Bedeutung der italienischen Flagge:

Das Grün steht für la pianura (deutsch: Ebene), gemeint sind die Natur und die Landschaft. Das Weiß steht für die Farbe der Gletscher der Alpen. Das Rot steht vor allem für das Blut, das vergossen worden ist, um Italien zu vereinen.

Quelle: Wikipedia

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19 Responses to “Fußball ist wie Schach, nur ohne Würfel oder: warum die Schweiz Weltmeister werden sollte”


  1. 11. Juni 2010 um 06:34

    Da ich nicht angefragt wurde, mitzutschutten, will ich davon auch nichts wissen.

  2. 11. Juni 2010 um 07:16

    Bei dieser Statistik gibt es keine Zweifel – die Schweiz muss gewinnen!

  3. 11. Juni 2010 um 08:08

    Bitte nicht Italien, (und Frankreich auch nicht), aber das hier gefältt mir schon.
    Bin sehr gespannt auf das Gericht aus Nordkorea, mit landesüblichen Zutaten. 🙂

  4. 4 Jim
    11. Juni 2010 um 08:11

    Über die Kochkünste der Italiener gibt es wirklich nichts zu sagen. Wie man hier auch sehen kann. Aber Weltmeister? Nein, geht garnicht. Das war vor vier Jahren schon nur mit freundlicher Unterstützung der Schiedsrichter, und was weiß ich wem noch, möglich. Sowas brauche ich nicht nochmal! Die Schweiz hingegen darfs gerne machen. Sympathisch sind sie wirklich. Nicht zuletzt, weil sie einen Frankfurter dabei haben. Aber ich bin sicher, dass in gewissen Regionen Europas die Schweiz auch negative Sympathiepunkte sammeln würde. Ich nehme an, dass ihr euch noch an die Vergangenheit von Benjamin Huggel erinnert? Und 110 Spieler? Hats denn da überhaupt so viele Fußballer? 🙂 Ich befürworte da lieber das 11 gegen 11. Denn es ist mathematisch belegt, dass dies die optimale Anzahl Spieler ist um Fußball zu spielen.
    Also los, holt den Pott nach Hause,Jungs!

  5. 11. Juni 2010 um 08:30

    Gute Idee, mit dem Länderkochen.
    Das habe ich bei der letzten WM auch versucht.
    Heuer wird einfach nur gegrillt zum ersten Spiel der Deutschen.
    Und wer gewinnt, ist mir wurscht 😀

  6. 11. Juni 2010 um 09:06

    Ich gehe mal davon aus, daß mehr Italiener in Deutschland wohnen als Schweizer in der Schweiz. Das mußt du noch einrechnen – Und das ganze bitte zügig, bevor die FIFA sich meldet…

  7. 11. Juni 2010 um 11:13

    wenn das nich mal wie ein richtig leckeres essen aussieht!!!!

  8. 11. Juni 2010 um 13:24

    Ich möchte gerne, dass du die dreifache Menge aller Gerichte zubereitest und uns dann zwei Drittel zuschickst. Ich kann leider nicht kochen, weil ich soviel Fußball schauen muss. Danke!

  9. 11. Juni 2010 um 15:23

    Das mit den Farben der Flagge wusste ich noch nicht, wieder was gelernt. 🙂

    Mir sind das zu viele Länder…

  10. 11. Juni 2010 um 21:13

    Ich finde ja, wer sich politisch aus Allem raushält, in finanzieller Hinsicht sein eigenes Süppchen kocht und die Mitbewohner einer suddeutschen Region als Zahlungsmittel verwendet, hat es nicht verdient Fußball-Weltmeister zu werden, auch nicht unter deutscher Anleitung ;o)

  11. 11. Juni 2010 um 21:41

    Also bei uns weht die deutsche Fahne vor der Haustuer. Die Amerikaner schffen es ja eh nie so weit. Multikulturell kochen wir ja meistens
    Finde ich eine super Idee mit dem „WM Land Kochen“.
    Muss auch mal unsere Playmobilfussballspieler auskramen.

  12. 12. Juni 2010 um 07:30

    Bei mir weht eine österreichische Fahne, obwohl die sind ja gar nicht dabei? :-))
    Klasse Gericht, SUPER-Foto!

  13. 12. Juni 2010 um 15:28

    mein dieswöchentlicher Lieblings-Blogtitel!

  14. 12. Juni 2010 um 16:29

    Ich würde gerne wieder ganz alleine hier in meinem Ort hupend über den Hauptkreisel fahren und dann in meine Strasse, wie vor 4 Jahren. Das hat Spass gemacht 🙂
    Dieses Gericht nachkochen, könnte Glück bringen. Lecker aber auch, wenn Italien nicht gewinnen sollte!
    Schönes Wochenende

  15. 13. Juni 2010 um 14:00

    Wiedermal ein cooler Titel…. also ch halte mich da raus aber die Schweiz… ich weiss nicht 🙂 aber das Foto ist super

  16. 15. Juni 2010 um 12:02

    Danke fuer das Kulturbonbon und das Rezept. Ich weiss noch nicht fuer wen ich bin -leider nur gegen wen…


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