Archiv für August 2010



05
Aug
10

Polenta mit Ziegenkäse und Stachelbeer-Chili-Relish

Polenta wollte ich machen, nach einem Rezept von Ottolenghi, prima Sache, ich gehe also einkaufen. Viel braucht’s nicht, Polenta haben wir eh immer da, etwas Ingwer war nötig, nachdem der, der noch im Haus war, es vorgezogen hatte, Wurzeln zu schlagen – und dann sehen die immer so putzig aus, dass ich den unmöglich verspeisen kann. Was brauchte ich noch? Ach ja, Stachelbeeren, kein Problem, ist ja Stachelbeerzeit.

Der geneigte Leser ahnt, was nun passiert: Stachelbeeren? Wer? Wo? Niemals. Letzte Woche noch, überall – wirklich ÜBERALL Stachelbeeren, ganze Supermärkte voll mit Stachelbeeren, keine drei Tage ist das her. Eine Stachelbeerschwemme. Und dann – wohlgemerkt nur ein einziger Werktag zwischen meinem letzten Supermarkt-Besuch und eben diesen – nicht eine Stachelbeere. Pfff, Hauptsache der Schuppen ist voll mit mexikanischen Limetten, holländischen Tomaten, israelischen Avocado. Und nicht eine winzige, heimische Stachelbeere. Aus lauter Verlegenheit habe ich dann Johannisbeeren gekauft und wollte das Rezept damit machen, mich dann aber kurzfristig doch für Johannisbeer-Erbsen-Risotto entschieden und den Polenta-Plan auf einen Tag mit mehr Jagdglück gelegt. Eine gute Entscheidung, den Stachelbeer-Relish passt hervorragend zu Polenta.

Gegensätzlich zur Empfehlung Ottolenghis habe ich allerdings keine Schnellkoch-Polenta genommen, sondern richtige, die Zeit braucht und die habe ich am Vortag zubereitet:

150g Polenta
mind. 600ml Wasser
Salz, etwas Muskat
1 EL Zitronenzesten
1 EL gehackten und gemischten Kräutern

Die Polenta ins kochende Wasser rieseln lassen und rühren, rühren, rühren. Mindestens 40 min, ich finde man sieht und schmeckt vor allem, wenn Polenta fertig ist. Noch heiß wird die fertige Polenta auf ein Holz-Brett gegossen und kann am nächsten Tag prima in Stücke geschnitten werden.

200 g kräftigen Ziegenkäse (z.B. Camembert)
500g Stachelbeeren
150 g Rohrzucker
60ml Rotwein-Essig
1 TL frisch geriebenen Ingwer
2 rote Chili, in sehr dünne Streifen geschnitten
12 Basilikum-Blätter

Die Hälfte der Stachelbeeren mit Zucker, Essig, Ingwer und Chillis, etwas Salz in einer Pfanne erhitzen und für 20 – 25 min köcheln lassen, bis das Ganze eindickt.

Die Stachelbeeren dann vorsichtig mit einem Holzlöffel zerdrücken, die andere Hälfte Stachelbberen zufügen und für weitere 10 – 15 min köcheln lassen.

Vom Herd nehmen und abkühlen lassen. Den Backofen auf 200° vorheizen.

Die Polenta in Drei- oder Vierecke oder Rauten schneiden und in einer Pfanne von beiden Seiten goldbraun braten. Auf einem Backblech mit Backpapier ablegen.

Je eine Scheibe Ziegenkäse auf ein Stück Polenta legen und im Backofen so lange gratinieren, bis der Käse schmilzt.

Auf einem Teller mit dem Relish und den Basilikumblättern anrichten. Dazu passt grüner Salat.

Eine scharf-fruchtige Angelegenheit, aber wie alle Ottolenghi-Rezepte, die ich bisher getestet habe, ein gute, harmonische Sache.

04
Aug
10

Woche der zufriedenstellenden Fotos: Aprikosen, Melasse, Ingwer

Ich lass‘ das jetzt mit meinem Privatevent, richtig super ist das Foto zwar nicht, aber auch nicht wirklich schlecht. Es war doch mehr so ein Spleen, vor allem hatte mich ja nur das unscharfe Risotto geärgert. Vor allem, und genau deswegen eigentlich nur, ich eine neue Kamera und ein neues Objektiv habe, außerdem einen gewissen Hang zum Perfektionismus, dem ich nie gerecht werde und dann noch keine Übung mit dem neuen Objektiv. Ich nöl jetzt aber nicht mehr. Das Foto stammt aus der gleichen Reihe wie gestern die Cannelloni, einem Dreitagesmarathon „Kochen bei Freunden für Freunde“. Viel schöner als ein „Schlechte-Foto-Event“, vor allem, weil man sich so richtig auslassen kann, küchenmäßig, und man muss hinter her nicht aufräumen.

Das aber nur am Rande. Heute will, nein, ich MUSS Euch dieses Dessert ans Herz legen!! Es bei Franz zu sehen und nachmachen war eins. Wir waren wegen des Ingwers erst etwas skeptisch, aber probiert das einfach aus, es schmeckt toll. Melasse steht im Rezept, hatten aber weder Franz noch ich im Schrank und deswegen nahm ich stattdessen etwas Rohrohrzucker:

6 reife Aprikosen
Butter
Rohrohrzucker
Ingwer
2 EL Zitronensaft
30g Mandeln, gehobelt
100g Schmand

Den Backofen auf 180° vorheizen.

Eine kleine Auflaufform mit Butter einfetten und die halbierten, entsteinten Aprikosen mit der Schnittfläche nach oben in die Form setzen.

Nun auf jede Aprikosenhälfte einen halben Teelöffel Rohrohrzucker geben und mit einer dünnen Scheibe frischen Ingwer und einem ganz kleinen Stück Butter belegen.

Alles dann mit etwas Zitzronensaft beträufeln und im Ofen für ca. 30 min backen.

Währenddessen den Schmand glatt rühren und die Mandeln in einer Pfanne fettfrei anrösten.

Die Aprikosen auf einem Spiegel von Schmand anrichten, mit der Flüssigkeit aus der Auflaufform begießen, mit den Mandelblättchen bestreuen und noch warm servieren.

Umwerfend gut.

03
Aug
10

Woche der schlechten Fotos: Lachs-Ricotta-Cannelloni

Weiter geht’s mit dem Wochen-Motto. Heute Cannelloni. Die Anregung dazu ist von Mipi, allerdings etwas abgewandelt, weil ich nicht wusste, ob alle Mitesser auf Fenchel gut zu sprechen sind. Ich selber tu‘ mich immer etwas schwer mit warmen Fenchel. Gekocht haben wir es für Freunde bei eben diesen Freunden und deswegen wurde das Foto nur aus der Hüfte geschossen (im übertragenen Sinne ;)), also ohne Hintergrund und Stativ.

Die Cannelloni waren aber richtig gut, sind super schnell und einfach gemacht und schmecken einfach nur klasse. Die Füllung passt auch prima zwischen Lasagneplatten.

Für 4 Personen:

500g Lachsfilet (ohne Haut)
200g Ricotta (ein Becher)
1 Becher Sauerrahm
1 Becher Sahne
Dill, 1 Bund
Pfeffer, Salz, Knoblauch
500g Cannelloni (minus 4 Stück)
2 Knoblauchzehen
250 g Büffelmozzarella

Den Backofen auf 200 °C vorheizen.

Die Lachsstücke abspülen und mit Küchenpapier abtrocknen, dann in möglichst kleine Würfel schneiden.

Den Lachs dann mit dem Ricotta, drei Viertel des Dill (gehackt) Salz und Pfeffer in einer Schüssel vermischen.

Sahne und Sauerrahm mit zwei Knoblauchzehen (klein gehackt), Salz und Pfeffer, sowie dem restlichen gehackten Dill vermischen und davon etwas auf dem Boden einer Auflaufform verteilen.

Die Cannelloni mit der Lachs-Ricotta-Masse befüllen (das geht gut mit einem Spritzbeutel, wir hatten eine Gefriertüte genommen und davon eine Ecke abgeschnitten) und in die Form schichten. Sollte man eine zweite Reihe Cannelloni hochstapeln, zwischen die beiden lagen nochmals etwas von der Sahne-Sauerrahm-Sauce dazwischengießen.

Anschließend alle Cannelloni mit der Sauce begießen und mit dem in dünne Scheiben geschnittenen Mozzarella belegen.

Im Backofen für ca. 20 – 25 min überbacken.

02
Aug
10

Woche der schlechten Fotos: Unscharfes Risotto

Ja nu, Mut zum Unperfekten. Das gilt ja nicht nur jeden Morgen als Motto nach dem Blick in den Spiegel, nein – auch für Kochblog-Fotos sollte das gelten. Jedenfalls diese Woche… 🙂

Ich habe ein Wochenkontigent an mittelprächtigen Blog-Fotos, die ich aber trotzdem einfach mal zeige, weil ich die Rezepte mag, während ich schon so langsam die Füße in Urlaubsstimmung hochlege, meinen Koffer packe, das Auto mit Vignetten beklebe, ViaCards im Handschuhfach zu verstauen und all die Dinge zu tun, die man tut, wenn man bald in die Sommerfrische fährt. Mist, wo ist eigentlich mein Badeanzug?

Das Risotto war eine reine Verlegenheitsnummer, eigentlich brauchte ich Stachelbeeren für ein anderes Essen, es gab aber nur Johannisbeeren und dann gab es eben Erbsen-Risotto mit Johannisbeeren. Was übrigens total gut passte. Mozzarella sollte noch rein, der war aber schon um, obwohl er noch als haltbar galt. Egal, Mut zum Unperfekten:

1 Schalotte
1 EL Butter
200 g Risottoreis
1 Glas Weißwein
3/4 l Gemüsebouillon
200g Erbsen (TK)
4 EL frische Johannisbeeren
50 g Parmesan, frisch gerieben
Salz

Die Schalotte schälen und fein würfeln.

Etwas Olivenöl in einem Topf erhitzen und die Schalotte darin andünsten.

Den Reis zugeben und unter Rühren glasig werden lassen.

Den Wein angießen und alles unter Rühren garen, bis die Flüssigkeit verdampft ist.

Die Gemüsebouillon nach und nach unter weiterem Rühren dazugeben.

Immer wenn die Flüssigkeit vom Reis fast aufgesogen ist, weitere Bouillon nachgießen, bis der Reis gar ist (bissfest, nicht zu weich)

Die Erbsen zum Reis geben und kurz mitziehen lassen. Dann die Butter, den Parmesan und die Johannisbeeren unterrühren.

Mit Salz und Pfeffer abschmecken und den Risotto zugedeckt noch kurz stehen lassen.

Das Säuerliche der Johannisbeeren gibt dem Risotto einen frischen Geschmack, allerdings sollte man nicht allzu viele Johannisbeeren nehmen, vielleicht so die Hälfte der Menge von den Erbsen.

Und dann gibt’s wirklich tolle Neuigkeiten, über die ich mich sehr freue, unsere Adoptivpeperoni hat Früchte! Recht klein noch, aber immerhin:




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