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Liebe ist – ein Strudel der Gefühle…


Als ich Herrn Mestolo (damals hieß er noch anders) vor fast 19 Jahren kennenlernte fand ich den naja, sagen wir mal, komisch (aber nicht im Sinne von lustig), wirklich, so schräg irgendwie, etwas suspekt gar. Wir trafen uns an meinem damaligen Ausbildungsplatz, Herr Mestolo hatte dort ebenfalls für 3 Wochen zu tun.

Herr Mestolo fand aber mich hingegen prima. Zu der Zeit hatte ich einen Freund und wollte von Herrn Mestolo nix wissen. (s.o)

Nun, da also Herr Mestolo mich so betörend fand und ihn es tatsächlich überhaupt nicht interessierte, dass das nicht auf die geringste Resonanz stieß, hat er sich kurzerhand eine uralte Methode ausgedacht, mit der man schon im Mittelalter (da isses wieder) Frauenherzen erobert. Mit Musik.

Wie schön, werdet ihr denken, wie romantisch, wie süß, werdet ihr denken.

Nein.

Denn es war ja nicht irgendeine Musik, oh nein, Herr Mestolo war ja, wie gesagt, komisch, ein bßchen schräg, eben suspekt. Und es gibt Männer, die spielen der Dame ihres Herzens am Telefon z.B. Stevie Wonders „I just called to say I love you“ vor. Und es gibt Herrn Mestolo.

Herr Mestolo spielte Kalimba. Lamellophon. Fingerklavier.

Damit lief er hinter mir her. Aber wirklich, nicht im übertragenen Sinne. Wann immer sich eine Gelegenheit bot, wurde ich beklimpert. Und so eine Kalimba ist nicht unbedingt ein Garant dafür besonders melodische, harmonische Klänge von sich zu geben, jedenfalls nicht Herrn Mestolos Kalimba, vielleicht lag es an seinem nicht vorhandenen Talent.

Die einzige Chance, die ich hatte, den Kalimba-Klängen zu entgehen, war – mit ihm zu reden. Und das haben wir gemacht. Erst stundenlang. Dann tagelang.

Nach 3 Wochen sind wir zusammengezogen.

Und wir wohnen immer noch zusammen, meine Meinung über ihn habe ich grundlegend geändert, er seine über mich immer noch nicht 🙂
Passend dazu ein Möhrenstrudel-Rezept von Eatsmarter, fruchtig und scharf, aus der Kategorie „Empfehlenswert“ und für’s Gärtnerblog Gartenkochevent Orangen.

Garten-Koch-Event Februar 2011: Orangen [28.02.2011]30 g getrocknete Feigen
1 Bund Möhren
1/2 Gemüsezwiebel
1 grüne Chilischote
1 Orange
3 EL Olivenöl
2 Pimentkörner
1 Stange Zimt (ca. 7 cm lang)
1/2 TL Koriandersamen
1 Msp. Safranfäden
Salz, Pfeffer
2 EL Pistazien
3 Blätter Yufka-Teig
1 EL Semmelbrösel
2 EL Milch
1 Becher griechischer Joghurt

Feigen in kleine Würfel schneiden und in einer Schüssel mit warmem Wasser bedeckt einweichen.

Möhren putzen, schälen und längs vierteln. Zwiebel schälen und in feine Streifen schneiden.

Chili halbieren, entkernen, waschen und fein hacken. Orange halbieren und auspressen, 80 ml Saft abmessen.

2 EL Olivenöl in einem Topf erhitzen, Zwiebeln darin 3 Minuten farblos andünsten.

Piment, Zimt, Koriandersamen und gehackte Chilischote dazugeben und 1 weitere Minute dünsten.

Möhren dazugeben, 1 min andünsten und den Orangensaft zugießen.

Feigen abtropfen lassen und mit dem Safran dazugeben.

Zugedeckt bei mittlerer Hitze 10 min dünsten. Mit Salz und Pfeffer würzen. Aus dem Topf nehmen, abtropfen und vollständig abkühlen lassen.

Inzwischen 1 Strudelblatt mit Öl einstreichen. Das 2. Blatt darauflegen, mit Öl einstreichen und auch das 3. Blatt und dann die Semmelbrösel auf das untere Drittel streuen.

Die abgekühlten Möhren längs auf die Brösel legen, dazwischen Pistazien streuen.

Die Enden des Strudels etwas umklappen und den Strudel aufrollen.

Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech geben und mit der Milch einstreichen.

Im vorgeheizten Backofen bei 200 °C ungefähr 20 min auf der 2. Schiene von unten backen.

Den Strudel in Stücke geschnitten mit dem Joghurt servieren. Wirklich sehr gut, wir hatten die Möhren etwas weniger lang gekocht, damit sie mehr Biss haben, dafür wird der Strudel instabiler. Aber eine gute Kombi mit den feigen und der Chili und den Gewürzen. Den gibt’s sicher nochmal.

Euch allen ein schönes kochvergnügenfrohes Wochenende!

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9 Responses to “Liebe ist – ein Strudel der Gefühle…”


  1. 11. Februar 2011 um 06:40

    jaaa, und jetzt redet ihr also schon jahrelang – besser gesagt, er redet ;)!

  2. 11. Februar 2011 um 06:51

    im Rezept sind die Gefühle dann nicht mehr explizit aufgeführt. Wieviel brauchts davon ? Eine Prise, ein EL, ein Kg ?

  3. 11. Februar 2011 um 07:22

    Und wieder was gelernt, die Kalimba war mir bislang komplett unbekannt.

  4. 11. Februar 2011 um 08:01

    Hoffentlich gibt’s noch viele Fortsetzungen von „Liebe ist…“ Ich kann davon nicht genug kriegen

  5. 11. Februar 2011 um 09:26

    Enschuldigung, aber ich musste die ganze Zeit an Troubadix denken. Soll mir noch einer sagen, dass Bloggen nicht bildet. Kalimba, das Instrument kannte ich noch nicht.

  6. 11. Februar 2011 um 09:27

    Ich hab den letzte Woche Sonntag gemacht – und der Strudel war sooo lecker. Nachkoch-Empfehlung auch von meiner Seite.

  7. 11. Februar 2011 um 09:28

    Ich hab den Strudel letzte Woche Sonntag gemacht – und der Strudel war sooo lecker. Nachkoch-Empfehlung auch von meiner Seite.

  8. 8 Sus
    11. Februar 2011 um 10:36

    😀

    Ja, so ein bißchen kenne ich das auch: Meinen Liebsten fand ich bei der ersten Begegnung auch eher … seltsam. Aber seine Geduld hat sich dann eben doch durchgesetzt, zu meinem damaligen Erstaunen. 🙂

    Ist der Strudel jetzt eigentlich eine Hauptmahlzeit oder ein Dessert? Lecker sieht er allemal aus.

    Liebe Grüße, Sus

  9. 9 arthurstochter
    11. Februar 2011 um 18:48

    Was für eine unglaublich schöne Geschichte!
    Aber wenn hinter mir jemand wochenlang mit dieser Musik herumgeklimpert hätte- ich hätte ihn erschlagen oder auch geheiratet. Alles nur damit er aufhört! 🙂


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